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Kann man das Lesen verlernen?

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Zugegeben: der Titel ist etwas provokant. Gemeint ist eher, kann man sich sich #Bücher entwöhnen?

Das könnte man jedenfalls meinen. Ich bin vor vielen, vielen Jahren aufs Lesen am iPad +und Kindle umgestiegen; aus vielerlei Gründen...

... moment mal: das hier soll aber jetzt kein Beitrag darüber werden, wieso das digitale Lesen dem traditionellen Papier Buch überlegen ist - jeder so wie er es will. Vorweg gesagt, für mich stand vor allem im Vordergrund, dass ich die Schriftgröße verändern kann und Bücher einfach -one device - alle auf einem Gerät zu finden sind.

Vor einigen Monaten stand ich jedoch an der Bushaltestelle in der Stadt und da ich den Bus verpasst hatte, bin ich spontan in einen Buchladen gegangen und habe mich für ein Buch entschieden. (Das Lied von Feuer und Eis, Band 5.) Zu Hause stellte ich beim Lesen dann fest, meine Augen ermüdeten schon nach kurzer Zeit, fingen regelrecht zu tränen an. Schnell verlor ich den Faden, war nicht fokussiert. Die gleiche Prozedur hat sich wiederholt. Am iPad und am Kindle hingegen mühelos. Man muss dazu sagen, dass meine Augen vor dem Älterwerden offensichtlich keinen Halt gemacht haben und auch ich mir eine Leseunterstützung zugelegt habe, die ich leider öfters brauche, als ich zugeben mag.

Jedenfalls habe ich in der darauffolgenden Zeit gemerkt, dass das Lesen in normalen Büchern mir nicht nur wesentlich schwerer fällt als früher. Ohne Leselicht geht hier überhaupt nichts mehr. Und das macht natürlich dann überhaupt gar keinen Spaß mehr.

Ich denke, dass vor allem die Lichtverhältnisse ihren Teil dazu beitragen. Generell kann man sagen, dass ich am liebsten auf dem OLED vom iPad lese. Ich lese auf verschiedenen Geräten – iPad Pro M5, Kindle Colorsoft, Kindle Scribe Colorsoft. Und ja, ich merke Unterschiede. Das iPad hat das beste Schriftbild, gefolgt vom Kindle Colorsoft. Der andere Colorsoft ist genauso scharf, aber der grauere Hintergrund gefällt mir weniger als das warme Sepia des normalen Colorsoft. Angeblich soll das Lesen am iPad die Augen schneller ermüden als der e-INK vom Kindle? Das kann ich so eher nicht bestätigen. Beides fühlt sich gut an.

Das Interessante: Je mehr man auf einem Gerät liest, desto eher gewöhnt man sich daran – bis die Alternativen sich anfühlen wie ein Downgrade. Insgesamt kann ich mir derzeit kaum vorstellen, dass ich wieder zum normalen Buch zurückkehre.

So stelle ich sogar Unterschiede fest, ob ich am Kindle oder am iPad lese, nur sind diese dort nicht so ausgeprägt. Tendenziell empfinde ich das iPad am angenehmsten. Der Kindle spielt seine Vorteile vor allem draußen und unterwegs aus. Er wird faktisch nicht warm und spiegelt so gut wie gar kein Licht wider. Beide Umstände, die auf dem iPad (ohne nanotextur) kritisch zu bewerten sind. Ach und ich kann ihn mit ihn die Wanne nehmen. Auch das würd ich nicht mit dem iPad probieren ;-)

Übrigens, ich lese gerade die Spiel der Götter Serie von Steven Erikson. Nach 3000 Seiten fangen die Fäden endlich an, sich zusammenzufinden. Eine großartige Serie.

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